Weinbau in Donaustauf PDF Drucken

regensburger weinbaugebiet

Informationen zur Geschichte des Weinbaus in den Gemeinden zwischen Regensburg und Wörth a. d. Donau erhalten Sie durch „Anklicken“ der jeweiligen Gemeinden in der Karte. Wörth a.d. Donau Wiesent Kruckenberg Bach a.d. Donau Donaustauf Tegernheim Tegernheim Donaustauf Bach a. d. Donau Wiesent Wörth a.d. Donau

 

traube.jpgDonaustauf war im Mittelalter neben Kelheim, Winzer bei Regensburg, Wörth a. d. Donau und Landshut ein Zentrum des Weinbaues in Altbayern. Am Sitz der „Herrschaft Stauf“ residierte ein Weinpropst, zum hiesigen Amtskeller gehörten große Weinkeller, ein Weinmeisteramt und ein Weinaufschlagsamt (Steueramt) waren hier eingerichtet. Urkundlich belegt ist der Weinbau in Donaustauf erstmals im Jahre 1256, die Anfänge dürfen jedoch schon deutlich früher vermutet werden. In einem Salbuch (Grundstücksverzeichnis) des Jahres 1385 sind 25 Weingärten in bischöflichem Besitz aufgeführt. Bekannte Weinbergslagen waren der Gruizberg, auf der Schnarrn, auf der Elend, im Prül, vor der Veste, Kirchberg und Bräuberg.

Aus Geldnot hatten die Regensburger Bischöfe die Herrschaft Stauf meist verpfändet. Im Jahre 1385 hatte die Stadt Regensburg die Herrschaft als Lehen inne, wobei sie aus Donaustauf einen Weinertrag von 40.000 Litern verbuchen konnte.

1486 brachte der Wittelsbacher Herzog Albrecht der IV. die Herrschaft Stauf an sich. 1494 verlieh er Donaustauf Marktrecht und Wappen. Das Wappen zeigt einen weißen und einen blauen Rebstock, was die große Bedeutung des Weinbaues in Donaustauf dieser Zeit dokumentiert. In der Folgezeit ließen sich die Wittelsbacher Herzöge alljährlich ca. 40.000 Liter Wein aus Donaustauf an ihre Münchner Residenz bringen.

Weinbergsbesitz hatten in Donaustauf aber auch einige Regensburger Klöster und Stifte, das St. Katharinenspital sowie Regensburger Bürger, darunter auch der Regensburger Maler und Ratsherr Albrecht Altdorfer.

Während im Dreißigjährigen Krieg (1618 – 1648) der Weinbau in vielen Orten Altbayerns zum Erliegen kam, wurde er in Donaustauf fortgesetzt. Beim Bau der Walhalla um 1830 war noch ein Drittel des Bräuberges mit Reben bestockt. Um 1920 hatten die letzten Winzer in Donaustauf aufgegeben. Seit einigen Jahren knüpfen einige Hobbywinzer wieder an die alte Weinbautradition an.

Im Ortsteil Sulzbach a. d. Donau ist Weinbau seit 1280 belegt. Die bevorzugte Weinlage war hier der Scheuchenberg.

Weinbau auf dem Walhallaberg (Bräuberg) bei Donaustauf. Als um 1830 mit dem Bau der Walhalla begonnen wurde, war noch ca. ein Drittel des Bräuberges mit Reben bestockt. 16 Weingärten mit einer Fläche von ca. 6 Hektar wurden von König Ludwig I. aufgekauft. Die Winzer (in Altbayern „Weinzierl“) verkauften damals gerne, da der Weinbau ohnehin im Rückzug begriffen war. Am Fuße des Bräuberges befanden sich damals acht Biethäuser (Presshäuser). Sieben davon wurden abgerissen, lediglich der sog. „Poppenstadel“ im Osten des Bräuberges blieb erhalten.

Als im Jahre 1837 in Regensburg das erste Donau-Dampfschiff auf den Namen „Ludwig I.“ getauft wurde, geschah dies „mit ächtem Golde des Weines, den die Sonnenglut des 1831er Jahres am Fuße der Walhalla gereift hat“.