Weinbau bei Wörth an der Donau PDF Drucken

regensburger weinbaugebiet

Informationen zur Geschichte des Weinbaus in den Gemeinden zwischen Regensburg und Wörth a. d. Donau erhalten Sie durch „Anklicken“ der jeweiligen Gemeinden in der Karte. Wörth a.d. Donau Wiesent Kruckenberg Bach a.d. Donau Donaustauf Tegernheim Tegernheim Donaustauf Bach a. d. Donau Wiesent Wörth a.d. Donau

weinlese_jahrdwinzers.jpgDie Stadt Wörth an der Donau kann auf eine große Weinbautradition zurück blicken. Erste Meldungen führen in das Jahr 1245, als Ulrich von Heilsberg (auf Burg Heilsberg bei Dietersweg) einen Weinberg in Wörth dem Regensburger Kloster St. Emmeram vermacht.

Wichtigster Grundherr war in Wörth das Hochstift Regensburg, wobei zum Besitz der „Reichsherrschaft Wörth“ auch viele Weinberge gehörten. Die Weinzierln (bayer. für Winzer) waren dabei einem bischöflichen Weinmeister unterstellt. Dieser übte seine Aufsichtspflicht nach der Überlieferung nicht ganz so streng aus wie sein herzoglicher Kollege in Donaustauf.

Die Regensburger Bischöfe waren gut beraten, in schöner Lage inmitten der Weinberge eine Burg zu errichten. Sie nutzten sie gerne als Sommerresidenz. Unter dem langen Südtrakt liegen gewaltige Gewölbekeller, die auch heute noch bequem eine Großkellerei aufnehmen könnten. Am Südhang des Schlossberges standen über Jahrhunderte Reben. Der dort wachsende Wein muss vorzüglich gewesen sein, denn die Bischöfe setzten ihn gerne ihren Gästen vor, darunter 1679 auch einem päpstlichen Legaten aus Rom. Große Rebflächen lagen auch an den Südhängen der Flur „Lerchenhaube“ am westlichen Ortsrand.

Im Leben des Marktes Wörth spielte der Wein lange Zeit eine große Rolle. Jeder Wörther Bürger besaß das Schankrecht, wobei der Marktrat die Preise sowie gewisse zeitliche Beschränkungen des Ausschanks festsetzte. Im Jahre 1486 wurde in der Pfarrkirche eine St. Urban-Bruderschaft gegründet, der alle Weinzierln als Zunftmitglieder angehörten. Sie nahm rege am kirchlichen Leben des Marktes teil. Die Holzplastik des hl. Urban in der Pfarrkirche stammt allerdings aus späterer Zeit. Sie entstand wahrscheinlich um 1890, als das Gotteshaus eine neugotische Einrichtung bekam.

In Wörth wurden auch Kräuter- und Würzweine hergestellt. Für das Jahr 1421 wird berichtet, dass „unter Herzog Johannes Botmäßigkeit zu Werd eine beträchtliche herzogliche Allantweinsiederey war“. Genutzt wurde hier der pfefferminzartige Geschmack des Wurzelstockes vom Echten Allant (Inula helenium, Helenenkraut).

Auch in den Nachbarorten Tiefenthal, Hofdorf, Zinzendorf und Pillnach war der Weinbau zu Hause. Durch Klimaverschlechterung, Verwüstungen im Dreißigjährigen Krieg und verstärkter Zufuhr qualitativ besserer Importweine kam der Baierwein langsam in Bedrängnis. 1829 wird vom Wörther Wein berichtet, dass er oft nur zur Essigbereitung brauchbar sei. Eine Statistik aus dem Jahre 1869 weist für den Markt Wörth noch 12 Hektar Rebfläche aus.

Im 19. Jahrhundert gab es mehrfach Bemühungen, dem notleidenden Baierwein im Gebiet um Wörth a.d. Donau wieder aufzuhelfen. Eine Weinbauschule war hier geplant. Am Schlossberg sollte ein Musterweinberg angelegt werden. Der Landwirtschaftliche Verein stiftete eine neue Spindelpresse, die in Wörth aufgestellt wurde. Nachdem Bayern mit der Pfalz und mit Unterfranken jedoch über zwei bedeutende Weinbaugebiete verfügte war es wenig sinnvoll, den unsicheren Baierwein an der Donau stärker zu fördern. Um 1930 wurde der Weinbau in Wörth aufgegeben. Im Ortsteil Tiefenthal gibt es derzeit wieder Weinbau.