Weinbau in Tegernheim

regensburger weinbaugebiet

Informationen zur Geschichte des Weinbaus in den Gemeinden zwischen Regensburg und Wörth a. d. Donau erhalten Sie durch „Anklicken“ der jeweiligen Gemeinden in der Karte. Wörth a.d. Donau Wiesent Kruckenberg Bach a.d. Donau Donaustauf Tegernheim Tegernheim Donaustauf Bach a. d. Donau Wiesent Wörth a.d. Donau

2_sturban_tegernheim.jpgDie Gemeinde Tegernheim besitzt eine große Weinbautradition. Über Jahrhunderte wuchs an den Hängen der Hohen Linie, am Klöpfl und am Mittelberg der „Baierwein“. Wegen seines Säurereichtums und seiner „nahen Verwandtschaft zum Essig“ hatte dieser allerdings keinen besonders guten Ruf. Weinbau ist in Tegernheim seit 1186 urkundlich belegt. Vor allem das Regensburger Reichsstift Obermünster hatte hier umfangreichen Weinbergsbesitz. Ein Weinmeister sorgte für die ordentliche Bewirtschaftung. Auch das Adelsgeschlecht der Tegernheimer besaß hier größere Rebflächen. Um 1370 führten die „Decherhaimer“ Weintrauben in ihrem Wappen. Im Jahre 1519 vernichtete ein großes Hagelunwetter am 11. August die Weinernte total. Der Chronist vermerkt dazu: „Es het den wein so gar erschlagen, das mein libe muter von 4 weingärten zu Tegerhaim nit gar ein züberlein vol weinpir abklaubt“.

Überliefert sind ca. 80 Weinbergnamen, wobei der Vorder-Weinberg, der Hinterberg, der Geiersberg und der Mittelberg zu den bevorzugten Lagen gehörten. 14 Biet- oder Windhäuser (Presshäuser) standen „draußen am Berg“ oder im Dorf. 1836 war davon nur noch das „schöne Biethaus“ brauchbar, alle anderen bereits verfallen.

Wie es sich für eine Weinbaugemeinde gehört, wurde im Dorf auch der Winzerschutzpatron St. Urban verehrt. Eine Holzplastik des Hl. Urban (um 1500) findet sich in der Pfarrkirche über dem Nordausgang.Ab dem 17. Jahrhundert nahm die Bedeutung des Weinbaues an der bayerischen Donau kontinuierlich ab. Zu groß war die Konkurrenz aus den benachbarten Weinbaugebieten in Niederösterreich (Osterwein), in Südtirol (Welschwein) und in Württemberg (Heilbronner oder Oberländer Wein). 1870 verzeichnete das Weinbaugebiet um Regensburg noch ca. 100 Hektar Rebfläche. Mit einem Anteil von 27 Hektar war Tegernheim damals die größte Weinbaugemeinde der Region. Um 1912 kam der Weinbau in Tegernheim zum Erliegen, wozu der Falsche Mehltau (Peronospora) als neue Rebenkrankheit entscheidend beigetragen hat.Seit 1983 haben einige Winzer und Hobbywinzer die uralte Weinbautradition in Tegernheim wieder aufleben lassen.